Sonntag, 21.9.2014, 19:00 Uhr:

Concerto Recitativo

An diesem unglückseligen 3. Mai im Jahre 1943
oder
Vom tödlichen Risiko, die Mondscheinsonate zu spielen.

Es gab Zeiten, da lebte man auch als harmloser Pianist gefährlich, wie zum Beispiel der blutjunge Karlrobert Kreiten, Rising Star auf dem Klavier, hoffnungsvolles Talent, hochbegabt und den Kopf voller kühner Pläne. Andere lebten sehr behaglich, weil sie sich arrangiert hatten mit der braunen Macht. Elly Ney zum Beispiel, jene Künstlerin mit titanischer Aura, als wäre sie die weibliche Ausgabe Ludwig van Beethovens. Der eine, Kreiten, bezahlte mit seinem Leben. Die andere, Ney, war nach dem Krieg wieder da, obwohl stramme Antisemitin. Zwischen beiden die Musik Beethovens. Nimmt die Mondscheinsonate Schaden, wenn sie von den Fingern einer aus heutiger Sicht politisch verwerflichen Person gespielt wird; klingt sie anders unter den Händen eines unschuldigen Menschen mit tadelloser Moral? An diesem unglückseligen 3. Mai des Jahres 1943 geht die Welt unter, nicht aber die Mondscheinsonate, auch wenn sich ihr Glanz vorübergehend eintrübt.

Zum Auftakt der neuen Spielzeit präsentieren wir Ihnen ein völlig neues Konzertformat in der Friedenskapelle. Das Concerto Recitativo ist ein unterhaltsam-anspruchsvolles Konzerterlebnis mit musikalisch-literarischen Leckerbissen. Das Concerto Recitativo setzt auf Erzählspannung, die den Weg zum Kopf durch das Herz sucht, auf poetische Verdichtung bedacht ist und auf sprachlich-musikalische Verzauberung – anregend, aufregend, berührend und im guten Sinne verführend.

Eintritt: PK 1 16,- € / PK 2 14,- €

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Mit freundlicher Unterstützung vom Pianohaus Micke.